Die Arztpraxen sind nicht das Kostenproblem !
Liebe Patientinnen und Patienten,
die Bundesregierung plant ein neues GKV-Spargesetz. Damit sollen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen begrenzt werden. Für Patientinnen und Patienten kann das ganz konkret bedeuten: weniger Arzttermine, längere Wartezeiten und weniger kurzfristige Behandlungsmöglichkeiten.
Praxen sind nicht das Kostenproblem
Rund 97 % aller Behandlungsfälle in Deutschland werden ambulant in Arzt- und Psychotherapiepraxen versorgt – etwa 600 Millionen Behandlungsfälle pro Jahr. Dafür werden aber nur rund 16 % der GKV-Ausgaben eingesetzt. (Quelle: KBV)
Niedergelassene Praxen leisten also den größten Teil der Versorgung – wohnortnah, persönlich und wirtschaftlich.
Was ist geplant?
Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV sollen der ambulanten Versorgung bereits 2027 rund 2,7 Milliarden Euro entzogen werden. Bis 2030 könnten es rund 5 Milliarden Euro werden. Rechnerisch wären bundesweit rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht mehr finanziert.
(Quelle: KBV / KV-Modellrechnung, Resolution KV Hessen)
Betroffen sind nicht nur einzelne Leistungen. Auch Bereiche wie Vorsorge, Früherkennung, Impfungen, ambulante Operationen, offene Sprechstunden und Terminvermittlungen sollen stärker begrenzt oder schlechter finanziert werden.
(Quelle: Resolution KV Hessen)
Was bedeutet das für Sie?
Wenn Praxen weniger Leistungen finanziert bekommen heißt das nicht, daß weniger Menschen krank sind. Es heißt nur daß weniger Versorgung bezahlt wird.
Die möglichen Folgen:
Längere Wartezeiten, weil weniger Termine finanziert werden.
Weniger kurzfristige Akuttermine, Früherkennung, weil Zuschläge für offene Sprechstunden und dringende Terrminvermittlung gestrichen werden sollen.
Schlechtere Erreichbarkeit weil Praxen bei steigenden Kosten weniger Spielraum für Personal haben.
Weniger Vorsorge und Früherkennung wenn diese Leistungen wieder stärker begrenzt werden.
Mehr Druck auf Notaufnahmen und Krankenhäuser weil geschwächte Praxen weniger ambulant auffangen können.
(Quelle: Resolution KV Hessen)
Warum betrifft das unsere Praxis?
Auch eine Arztpraxis muss Personal, Räume, Geräte, Hygiene, IT und Bürokratie finanzieren. Wenn die Kosten steigen, die Vergütung aber begrenzt wird, können Praxen nicht einfach mehr Termine anbieten.
Das ist keine Drohung, sondern eine einfache betriebswirtschaftliche Realität.
Ambulante Versorgung stärken – nicht schwächen
Viele Behandlungen können ambulant schneller, günstiger und patientennäher erfolgen als im Krankenhaus. Gerade deshalb sollten Praxen gestärkt werden.
Wer kürzere Wartezeiten, weniger volle Notaufnahmen und mehr wohnortnahe Versorgung will darf die ambulanten Praxen nicht weiter schwächen.
Bitte sprechen Sie Ihre Bundestagsabgeordneten auf dieses Thema an.
Ihre urologie – wetterau
und die Hessische Urologen eG HUeG

